Costa Rica
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Der Nordwesten
Im wilden Westen
Cowboyromantik, tropische Strände und zahlreiche Nationalparks
Costa Ricas Nordwesten ist ein trockener, heißer Landstrich. Farmen, Zeburinder und hoch zu Ross sitzende sabaneros, die mittelamerikanischen Cowboys, prägen das Bild vom »wilden Westen«. Tatsächlich lebt man hier von der Viehzucht, bedecken Weideflächen und Steppen das Land. Der von der Provinz Guanacaste (der zweitgrößten des Landes) und teilweise von Puntarenas gebildete Nordwesten gehört zu den touristisch weniger erschlossenen Gebieten. An afrikanische Savannen erinnern weite Ebenen mit ausgedörrtem Gras, Schatten spenden allein die sich schirmartig ausbreitenden Bäume. Nur zwischen Mai und November fällt nennenswert Regen und erscheint frisches Grün. Die Region verfügt über mehr als ein Dutzend Parks und Reservate, mit tropischen Trockenwäldern und Regenwäldern in den Tiefebenen, nebelverhangen in höheren Regionen. Meeresschildkröten schätzen die noch weit gehend leeren Küstenabschnitte als Brutplatz.
Dünn besiedelt ist die in den Pazifik ragende Halbinsel Nicoya. Eine Schotterstraße führt bis nach Playa Montezuma im Süden, Geländewagen sind abseits der Hauptstraße vonnöten. Dafür entdeckt man dann nur wenig besuchte Strände, an denen Palmen Schatten spenden und die einheimische Tierwelt allgegenwärtig ist.
Liberia
Hitze und Staub liegen während der Sommermonate über den mit hellem Tuffstein gepflasterten Straßen und weißen Häusern, die Liberia den Namen »Ciudad Blanca«, weiße Stadt, eintrugen. Allerdings haben Asphalt und Grauputz mittlerweile das meiste Weiß überdeckt. Mit 41 000 Ew. (und weiteren 10 000 in den umliegenden Gemeinden) ist die im Schachbrettmuster an den Ufern des Río Liberia angelegte, 1769 gegründete Hauptstadt der Provinz Guanacaste eine eher beschauliche Stadt, an Wochenenden Einkaufs- und Vergnügungsziel der auf den Rinder- und Pferdefarmen der Umgebung arbeitenden sabaneros. Liberias Lage an der Carretera Interamericana, wie die Panamericana, die »Traumstraße der Welt«, in Costa Rica genannt wird, bringt der Stadt nicht nur Durchgangsverkehr, sondern sie dient auch als Ausgangspunkt für Besuche der Nicoyahalbinsel mit ihren beliebten Stränden und der nördlich gelegenen Nationalparks Santa Rosa und Rincón de la Vieja. 12 km westlich der Stadt ist ein zweiter internationaler Flughafen (Tomás Guardia) in Betrieb, der im Wesentlichen dem Charterverkehr aus Nordamerika dient.
Monteverde
Das private Naturschutzreservat, 1500 bis 1800 m hoch gelegene Regen- und Nebelwälder, wird unterhalten von der internationalen Forschungsgruppe Centro Científico Tropical. Aus dem einst gut 3 km² großen Schutzgebiet erwuchsen 110 km², gelegen in der Cordillera de Tilarán, einem Gebiet, in dem sich Anfang der Fünfzigerjahre ein Dutzend nordamerikanischer Quäkerfamilien niederließ, die weit verstreute Siedlung Monteverde gründete, Wälder rodete und Milchwirtschaft betrieb.
Durchschnittstemperaturen um 18 Grad und häufige Regenfälle machen Regenjacke und festes Schuhwerk ratsam. Starker Andrang führte dazu, dass die Besucherzahl begrenzt wurde, sodass sich während der Hochsaison von Dezember bis Februar Interessenten gelegentlich vor dem Parkeingang stauen. Anfahrt über Santa Elena, ab dem Río Lagarto nur mit Vierradantrieb befahrbare Strecke. Die Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten liegen entlang der 6 km langen Straße zwischen Santa Elena und dem Eingang zum Naturschutzgebiet.
Península de Nicoya (Halbinsel Nicoya)
Die dunklere Hautfarbe der Bewohner erinnert an die Vorfahren der die Halbinsel besiedelnden Viehzüchter und Cowboys, Indianer vom Stamm der Chorotega. Sie gaben der Halbinsel ihren Namen, »von Wasser auf beiden Seiten umgebenes Land«, denn sie erstreckt sich im Nordwesten Costa Ricas ca. 100 km ins Meer. Zahlreiche attraktive, verträumte, einsame und belebte Strände umgeben die gesamte Halbinsel. Touristen wie Einheimische schätzen die Strände und Buchten an der Pazifikseite. Wer hier unterwegs ist, sollte Zeit mitbringen, denn viele Straßen sind nicht asphaltiert und befinden sich in abenteuerlichem Zustand. Jedoch: Der Strand, zu dem der Bus nur einmal täglich verkehrt, ist oft der schönere. An den Stränden findet man Unterkünfte aller Kategorien, vom schwül-heißen Pensionszimmer im Ortszentrum bis zum klimaregulierten Bungalow mit Meerblick.






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