Dominikanische Republik

 

Der Norden

Die fröhliche Ferienmeile

Über der langen, sich sanft nach Osten neigenden Nordküste weht stets ein leichter Wind. Er lockt Surfer an, kühlt die Haut der Sonnenbadenden und bewegt rauschend die Blätter des langstieligen Zuckerrohrs auf den weiten Feldern, die sich im Rücken der Feriensiedlungen ausbreiten.

Vor gut 500 Jahren ankerte Kolumbus an der Nordküste an einem roten Kap, das er von seiner ersten Reise kannte, und errichtete dort die erste spanische Stadt Amerikas: La Isabela. Ihre Reste sind heute die große historische Attraktion im Norden, obwohl nicht viel mehr als Grundmauern erhalten blieben. Am schnellsten sind sie von Luperón aus erreicht, dem jüngsten Ferienort an der Nordküste.

Luperón markiert die jüngste Stufe einer Entwicklung, die in den Siebzigerjahren an dieser Küste einsetzte. Damals landeten auf dem Flughafen von Puerto Plata, der größten, ältesten und sehenswertesten Stadt an der Nordküste, die ersten Sonnenhungrigen, um bald nach Ost und West auszuschwärmen: erst in das von deutschen Auswanderern gegründete Sosúa und mit dem Aufkommen des Surfsports dann in das noch weiter östlich liegende Fischerdorf Cabarete. Zwei Orte, die bei aller topografischen Verschiedenheit vor allem eines verbindet: Sie ziehen überwiegend ein unkompliziertes, junges Publikum an.

Auch die weit im Osten gelegenen Strände Playa Río San Juan beim gleichnamigen Ort oder die schöne Playa Grande im Osten hat der Tourismus längst erreicht. Dort hat sich die von örtlicher Infrastruktur unabhängige All-inclusive-Hotellerie niedergelassen. Gleiches geschah im Westen an der Bahía de Maimón. Aber schon gibt es neue Geheimtipps: Zum Beispiel das Fischerdorf Punta Rucia mit seinen vorgelagerten Inseln oder die Wasserfälle in der Cordillera Septentrional.

Cabarete

Der Wind beflügelte in Cabarete (etwa 4000 Ew.) eine sagenhafte Karriere vom kleinen Fischernest zum internationalen Highlight für Wind- und Kitesurfer. Er bläst stetig von Nordost und frischt am Nachmittag auf - ideal für die Anhänger dieser Sportarten. Die Windsurfer kamen Ende der Achtzigerjahre. Seitdem boomt Cabarete. Im Schlepptau der Windsurfer zog es ein natur- und sportbegeistertes Urlaubervölkchen an die 10 km lange, schöne Strandbucht.

Das Rückgrat des Orts ist die Hauptstraße, in der sich Autos, Mopeds und Fußgänger, Restaurants, Läden, Cafés und Bars drängeln. Fast jedes Etablissement, das den Eingang auf der Meerseite hat, bietet auch einen direkten Zugang zum Strand. Abends stellen die Besitzer die Stühle von den Terrassen hinaus in den Sand, Musik erklingt, und die Bucht, in der tagsüber die Surfer ihre Segel hissen, verwandelt sich in eine einzige Gourmet- und Amüsiermeile.

Luperón

Segler schätzen an Luperón (4000 Ew.) den geschützten, tiefen Hafen, Pauschalurlauber der Allinclusive-Hotels Luperón Beach Resort und Tropical Luperón Beach (www.besthotels.es) die Spaziernähe zum Ort und Individualtouristen die kleinen Pensionen im Umfeld mit dominikanischem Lokalkolorit.

Puerto Plata

Erstbesucher erleben die größte Stadt (90 000 Ew.) an der Nordküste zunächst meist als lärmend, chaotisch und wenig attraktiv. Ein Spaziergang über die historische Calle Beller mit ihren schön verzierten karibischen Häuschen, ein Besuch des Parque Central oder eine Fahrt auf dem meerumbrandeten Malecón bis zur alten Piratenwehrburg, dem Fort San Felipe, stimmt dann versöhnlicher. Ein weiter Blick über die ganze Nordküste bietet sich vom Gipfel des Hausbergs Pico Isabel de Torres.

Ihre Blütezeit erlebte die 1495 gegründete Stadt, als die spanische Zollreglementierung wegfiel und Präsident Gregorio Luperón (1838 bis 1898) von Puerto Plata aus regierte. Aus dieser Zeit stammen u. a. der zierliche Glorieta-Pavillon (1872) im Parque Central und der alte Bahnhof der Strecke Santiago-Puerto Plata beim Hafen. Der Strandurlaub findet an der südöstlich vorgelagerten Bernsteinküste (Costámbar) statt, wo sich mit dem Playa-Dorada-Komplex einer der ersten großen Ferienkomplexe im Land etablierte.

Sosúa

Kein anderes Ferienziel im Land bietet eine so abwechslungsreiche Ortsstruktur wie Sosúa (12 000 Ew.): Gassen zum Bummeln, Hotels und Restaurants auf Felsklippen oder mit Blick auf die schöne Strandbucht. Sie teilt den Ort in die Viertel Los Charamicos und El Batey, wobei sich der Tourismus überwiegend in El Batey ansiedelte und Los Charamicos noch dominikanisches Kleinstadtflair besitzt.

Gegründet wurde Sosúa erst in den Vierzigerjahren von naziverfolgten Juden aus Deutschland und Österreich. Sie kamen auf Initiative des Diktators Trujillo, der sich mit dieser Geste nach seinem Massenmord an etwa 28 000 Haitianern internationales Wohlwollen erkaufen wollte. 645 Siedler richteten sich nach und nach in ihrer neuen Heimat ein. Nach dem Krieg verließen viele das Land; geblieben sind die Synagoge und das Museo de la Comunidad de Sosúa (Mo-Fr 9-13 und 14-16 Uhr, Eintritt 75 Pesos).

 

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