Dominikanische Republik
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Santo Domingo und der Süden
Kultur und Badespaß
Nachts funkelt und strahlt die Stadt wie eine dynamische alte Dame, die beschlossen hat, ewig zu leben. Laternen tauchen das historische Herz, die meterdicken Mauern, Türmchen und Bastionen der Zona Colonial, in ein sanftes Licht. An der dem Wasser zugewandten Seite, am Malecón am Meer, brüstet sich Santo Domingo mit Weltstadtformat, mit Luxushotels, deren Neonlichter sich auf den Schaumkronen des Wassers spiegeln.
Santo Domingo ist der Mittelpunkt der Südküste, Metropole des Landes und mit seiner Altstadt aus der Zeit von Kolumbus die älteste Kolonialstadt des Kontinents. Von den Dominikanern nur »La Capital« genannt, ist sie auch der wichtigste Verkehrsknotenpunkt.
Von hier zweigen Autobahnen in alle Richtungen des Landes ab, auch in den noch wenig erschlossenen Südwesten mit der Halbinsel Baoruco und den herrlichen Stränden bei Pedernales an der Grenze zu Haiti. Gebirge mit alten Taínostätten und Sklavenverstecken steigen hier hinter der Küste und am Rand der Enriquillosenke auf, die mit Barahona Schwelle zur wildromantischen Costa Sur ist.
Östlich der Stadt schimmert das Meer hellblau und seicht vor den geschwungenen kleinen Stränden der Ausflugs- und Badeorte Boca Chica und Juan Dolio. An diesem Küstenstreifen münden große Flüsse in die Karibik, wie bei der Stadt San Pedro de Macorís der Río Iguamo oder der Río de Chavón beim eleganten La Romana, kurz vor dem immer noch romantischen Fischerort Bayahibe und dem Parque Nacional del Este. Das Hinterland ist Zuckerrohrland; es dehnt sich als breiter, grüner Küstenteppich vor der Cordillera Oriental und ihren alten Orten aus.
Barahona
Aufregende Landschaftskontraste von trockenen Kakteensenken und duftendem Kiefernwald mit Jeeppisten bis hin zu meerumtosten Küstenstraßen und idyllischen Flussmündungen mit natürlichen Badepools, aber auch Eindrücke großer Armut prägen den südwestlichen Landeszipfel, die Provinz Barahona mit der Costa Sur.
Hauptstadt der Region, die wegen ihrer haitianischen Vergangenheit stets das Stiefkind der Regierung war, ist das 1802 von dem haitianischen Präsidenten Toussaint L'Ouverture gegründete Barahona (68 000 Ew.). Mit der jungen Universitätsstadt (seit 1997) beginnt die Costa Sur mit ihren wildromantisch in den Hang der aufsteigenden Sierra de Baoruco gebetteten Badeorten an teilweise steinigen Stränden (Achtung: lebensgefährliche Unterströmungen!). Die größten Attraktionen der Region sind die Nationalparks mit ihrer seltenen Fauna und Flora. Für Freunde der Taínokultur lohnt ein Abstecher in die nördlich aufsteigende Sierra de Neiba nach San Juan de la Maguana.
Bayahibe
Ein letzter Hauch alter Fischerromantik, herrliche weiße Korallensandstrände in der Umgebung, dazu die Nähe des großen Parque Nacional del Este mit seiner traumhaften Isla Saona haben Bayahibe (2500 Ew.) aus dem Dörnröschenschlaf geweckt und in ein neues touristisches Ziel mit mehreren großen All-inclusive-Anlagen und vielen kleinen Hotels, Restaurants und Sportveranstaltern verwandelt. Die Ausflugsboote für die Isla Saona drängeln sich in einer für sie reservierten Bucht, die andere ist für die Boote der Fischer reserviert. Von Bayahibe lohnt ein Ausflug zur Casa Ponce de León und ins Fischerdorf Boca de Yuma mit seinem malerischen Bootshafen zwischen den Felsen an der Mündung des Río Yuma.
Boca Chica
Der Ort (22 000 Ew.), mit dem barrio Andrés eigentlich ein Zwitter aus Vorstadt und Badeort, liegt 30 km von Santo Domingo und 6 km vom internationalen Flughafen entfernt am neuen, breiten Boulevard, der die Strände und Orte der Südküste verbindet. Die Bucht von Boca Chica gehört zu den besonders schönen Plätzen im Land. In das durchsichtig schimmernde Wasser sind ufernah die kleinen Inseln Isla de Pinos und Isla Matica eingebettet. Die Bucht wird gern »Badewanne« genannt, unabweil sie so flach und daher ein idealer Badeplatz für Kinder ist. Bis zum vorgelagerten Riff wird das Wasser kaum tiefer als 1,50 m. Den ursprünglich recht schmalen Strand erweitern heute künstlich aufgeschüttete Ruhezonen. An der Calle Duarte reihen sich zahlreiche Bars, Restaurants und Souvenirläden zu einer stets mit Bachata- und Merenguemusik beschallten, neonfunkelnden, bunten Amüsiermeile aneinander. Ruhe findet man vor allem am Ostrand der Stadt. www.bocachicabeach.net
Juan Dolio
Nie zeigte sich das gute alte Juan Dolio so aufgeräumt und gepflegt wie seit der Fertigstellung des Boulevards, der Schnellstraße zwischen Boca Chica und San Pedro de Macorís. Blühende tropische Büsche verbreiten Urlaubsatmosphäre, Trottoirs wurden angelegt und die Häuser neu gestrichen. Vergangenheit sind Hurrikanverwüstungen und wilde Hippiezeiten. Im alten Ortskern gibt es eine kleine, befestigte Promenade mit Parkplätzen und einer frisch gestrichenen Shoppingplaza mit Bar, Wechselstube, Boutique und Restaurant. Der neuere Ortsteil mit den All-inclusive-Hotels heißt Villas del Mar. Dort reihen sich kleine Einkaufszentren mit Restaurants und Internetcafés aneinander. Ein schöner öffentlicher Strand vor privaten Villen ist die Playa Guayacanes im Westen des Orts. Am Wochenende allerdings trifft sich dort halb Santo Domingo. www.juandolio.de.vu; www.domrom.com/juandolio
La Romana
Die junge Stadt (140 000 Ew.) liegt knapp 40 km hinter San Pedro de Macorís zwischen dem Río Cumayasa und dem Río Chavón und besitzt mittlerweile ihren eigenen internationalen Flugplatz. Den Wohlstand, der es La Romana ermöglichte, die vornehmste Stadt der Republik zu werden, verdankt der Ort in erster Linie dem US-Unternehmen Gulf & Western Company, das in den Dreißigerjahren hier die bis heute größte Zuckerfabrik des Landes unterhielt. Für die höheren Angestellten legte es einen Bungalowpark nebst Hotel an, aus dem später das luxuriöse Hotelresort Casa de Campo wurde. Zur Anlage gehört auch das auf einem Felsplateau erbaute Kunst- und Künstlerdorf Altos de Chavón. La Romana vorgelagert ist die schöne Insel Catalina.
Santo Domingo
Santo Domingos Anfänge sind Amerikas Anfänge. Die Stadt war für die Spanier der Ausgangspunkt bei der Kolonisierung Süd- und Mittelamerikas und der erste Hafen für die nachdrängenden Siedler. Gegründet wurde sie am Ostufer des Río Ozama - und zwar an einem 4. August von Bartolomé de Colón, dem Bruder von Christoph Kolumbus. Über das Jahr streiten sich die Historiker; die Mutmaßungen reichen von 1494 bis 1498. 1502, als ein Hurrikan Nueva Isabela - so hieß die Siedlung damals - verwüstet hatte, verlegte sie der neue Gouverneur Nicolás de Ovando ans westliche Flussufer und nannte sie nach dem Gründungstag Sonntag Santo Domingo. Aus Sicherheitsgründen wurden nun alle Häuser aus Stein erbaut und die Stadt nach und nach befestigt.
Mit der Ernennung Havannas zum Puerto Principal Mitte des 16. Jhs. und der schnell fortschreitenden Eroberung und Ausbeutung Mittel- und Südamerikas verlor Santo Domingo bald an Bedeutung, blieb aber noch lange ein wichtiges geistiges Zentrum der Kolonialzeit. Ein verheerendes Erdbeben und rund 20 Jahre später die Eroberung und Plünderung durch den Piraten Francis Drake läuteten dann den Niedergang der Stadt ein. Er währte über wechselvolle Zeiten haitianischer Herrschaft und kurzzeitiger Rückkehr zum spanischen Kolonialreich, bis mit der US-Invasion 1916 wieder ein Aufschwung einsetzte.
Die Stadt von Nicolás de Ovando ist heute die Zona Colonial der rund 2,2 Mio. Ew. zählenden Hauptstadt und größte kulturelle Sehenswürdigkeit der Republik. Seit 1990 Unesco-Weltkulturgut, beleben diese Altstadt zahlreiche Museen, Cafés, Restaurants und Geschäfte. Über diesen Kern wuchs Santo Domingo erst während der amerikanischen Besatzungszeit in den Zwanzigerjahren des 20. Jhs., unter Präsident Trujillo und nach dessen Tod hinaus, als sein Besitz zur Bebauung freigegeben wurde. Aus jener Zeit stammt die großspurig angelegte Neustadt mit monumentalen Gebäudekomplexen wie dem Centro de los Héroes oder dem Centro Olímpico Juan Pablo Duarte. In den Siebzigerjahren entstand dann auf dem lange brachliegenden ehemaligen Familienbesitz von Trujillo die Plaza de la Cultura mit dem Teatro Nacional und den wichtigsten Museen Santo Domingos. Mitte der Neunzigerjahre erhielt die Metropole einen modernen Anstrich mit Stadtautobahnen, Unterführungen und zahlreichen eleganten Shoppingmalls wie an der Avenida 27 de Febrero, die über die Avenida Luperón zur Autopista Duarte (Autopista 1) führt.
Zur Karibik hin rahmt die Hauptstadt eine prachtvolle, vierspurige Uferstraße mit Spazierboulevard unter Palmen an der felsigen Wasserseite, an der bei schwerer See die Gischt hochspritzt: die Avenida George Washington, meist nur Malecón genannt. Im äußersten Westen führt sie über die Stichstraße Avenida Jiménez Moya zu den Höhlenattraktionen im Parque Mirador del Sur bzw. weiter zur Autopista 2 in den Südwesten.
Im Osten geht sie über in den Paseo Presidente Billini zwischen der Altstadt und ihren alten Küstenbefestigungen wie dem Fuerte de San Gil. Er umrundet die Altstadt und mündet beim Kreuzfahrthafen in die Avenida Francisco Caamaño (auch Av. del Puerto genannt). Diese führt direkt zur (für den Schwerverkehr und von 10 bis 11.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr geschlossenen) Puente Flotante über den Río Ozama. Am Ostufer setzt sich die Küstenstraße als Avenida España fort. Sie führt hinauf zum Faro a Colón am Parque Mirador del Este und dem Parque de los Tres Ojos oder unten am Ufer entlang zum Aquarium.






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