Finnland

 

Küste und Inseln

Finnenfleiß und Ferienfrieden

Entlang der Küste kann man beides finden: betriebsame Städte mit exportträchtiger Industrie und die Ruhe in Fischerdörfern oder Badeorten

Dass die Finnen sich nicht damit begnügen, ruhig am nördlichen Rand Europas zu leben, kann man in den Küstenstädten sehen: Hier wird alles getan, um den Anschluss an den Rest der Welt nicht zu verlieren - und dies mit großem Erfolg. Nicht nur Holz und Papier sind Exportgüter, sondern vermehrt moderne Technologie. Aber selbst Industrielandschaften haben etwas spezifisch Finnisches: Nichts wirkt hektisch und sogar Industriegebäude bekommen ein kunstvolles Gesicht, Städte wechseln ab mit beschaulichen Dörfern. Der Süden, vor allem der Südwesten der Region, ist gekennzeichnet durch eine stark gegliederte Küste, die sich in unzähligen Schäreninseln verliert. Viele von ihnen sind über Brücken zu erreichen. Weiter nach Norden, am Bottnischen Meerbusen entlang wird die Besiedelung dünner, und es gibt weite Landstriche mit wunderschönen Sandstränden (der schönste in Yyteri bei Pori), aber auch malerische Klippen, ein Paradies für Wassersportler, vor allem für Segler und Surfer.

Ålandinseln

Åland ist etwas ganz Besonderes: Über 6500 Inseln und Schären, teils bewaldet, teils felsig, ein einzigartiges Mosaik im weiten Meer zwischen dem schwedischen und dem finnischen Festland. 26 500 schwedischsprachige Einwohner leben auf 1527 km². Jahrhundertelang zwischen Schweden und Russen umkämpft, gehört das seit 1856 demilitarisierte Åland heute als autonome Region zu Finnland (Entscheid des Völkerbundes 1921). Das Inselreich ist stolz auf eine eigene Flagge (seit 1954) und eigene Briefmarken (seit 1984).

Die Ålandinseln sind so beliebt, da man hier herrlich Rad fahren, baden und sich wunderbar erholen kann. Ein Paradies für Angler und Wassersportler. Über die Häfen in Mariehamn, Eckerö, Vårdö und Lumparland ist Åland mit Schweden und Finnland per Fähre verbunden. Mariehamn (10 800 Ew.) ist die Hauptstadt, 1861 von Zar Alexander II. gegründet, ein liebenswertes Städtchen mit Jachthäfen und schönen Holzhäusern. Bei aller Beschaulichkeit bieten die Inseln - vor allem in Mariehamn - eine erstaunliche Vielfalt an Kultur, Events und Vergnügungen. Und eine reiche Geschichte als Land der Bauern, Reeder und Seeleute.

Hanko

Die südlichste Stadt Finnlands liegt auf einer weit in die Ostsee vorgeschobenen Landzunge mit 130 km Küstenlinie, über 30 km davon sind Sandstrand. Der Ort entwickelte sich Ende des 19. Jhs. zu einem beliebten Seebad für St. Petersburger und Stockholmer. Hanko (10 000 Ew.), schwedisch Hangö, ist ein Mekka für Segler mit dem größten Gästehafen des Landes. Außerdem schwören Surfer auf Hankos Ufer.

Oulu

Finnlands sechstgrößte Stadt (127 000 Ew.) am oberen Ende des Bottnischen Meerbusens wurde 1605 vom Schwedenkönig Karl IX. gegründet, ist also 400 Jahre alt. Sie war schon früh ein Handelsplatz, vor allem für Teer. Nach einem Großbrand 1822 wurde die Stadt »modern« neu aufgebaut. Heute ist sie geprägt von Industrie, der Universität, Hochtechnologie und Schifffahrt. Besucher zieht vor allem das moderne Wissenschaftszentrum Tietomaa an.

Pori

Die Industrie- und Handelsstadt (77 000 Ew.) ist vor allem durch ihr jährliches Jazzfestival berühmt geworden. 1558 als Handelsstützpunkt an der Flussmündung gegründet, hat die Landhebung Pori jetzt 20 km landeinwärts verlegt. Nach einem Brand im Jahr 1852 wurde Pori neu aufgebaut.

Porvoo

Wer es irgendwie ermöglichen kann, sollte einen Abstecher nach Porvoo (46 000 Ew.) machen. Die Holzhausarchitektur ist - außer in Rauma - nirgendwo sonst in Finnland so komplett und schön erhalten wie in der zweitältesten Stadt des Landes (1346).

Turku

Keiner weiß genau, wie alt die älteste Stadt Finnlands ist. So gilt die Erhebung zum Bischofssitz 1229 als Geburtsstunde Turkus. Mit 175 000 Ew. ist die einzige Hansemetropole Finnlands die fünftgrößte Stadt des Landes. 1640 wurde eine Universität gegründet. Bis 1812 war Turku Hauptstadt Finnlands. Von hier gehen Fährverbindungen nach Schweden und zu den Ålandinseln.

Vaasa

An der engsten Stelle des Bottnischen Meerbusens entstand 1606 die Stadt Vaasa. Nach einem Großbrand 1852 wurde Vaasa direkt an der Küste wieder aufgebaut und ist heute eine betriebsame Hafen- und Industriestadt (57 000 Ew.) mit interessanten Museen und guter ostrobottnischer Küche.

 

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