Finnland

 

Lappland

Mensch und Natur im Einklang

Ein besonderes Volk in einer in Europa einzigartigen Landschaft

Wer erzählt, er reise nach Lappland, erntet entweder ein ungläubiges Lächeln oder ein verklärtes Strahlen. Es gibt offenbar nur zwei Arten von Menschen: Solche, die mit Lappland wenig anfangen können, und solche, die wissen, welcher Schatz in diesem Land liegt, in der Weite und Unberührtheit der Natur, in seiner herben Schönheit und überraschenden Vielfalt. Besonders intensiv erlebt man hier die Jahreszeiten in ihrem raschen Aufflammen und plötzlichen Wechsel: Der lange Polarwinter im bläulichen Dämmerlicht und tief verschneit. Das Schauspiel der Polarlichter am Firmament. Der kurze, explodierende Frühling, die Mitternachtssonne des Sommers, die auch die Nächte zum Tag erklärt. Und dann im Herbst die wenigen wunderbaren Wochen der ruska, wenn ganz Lappland ein leuchtendes gelbrotes Kleid anlegt.

Unvergesslich im finnischen Norden sind im Sommer ausgedehnte Wanderungen und abendliche Lagerfeuer, im Winter Skiabenteuer und vor allem Rentier- oder Hundeschlittensafaris.

Lappland ist die Heimat der sámi, auch wenn diese Ureinwohner Lapplands nur noch eine Minderheit der Bevölkerung stellen. Rund 6500 beträgt ihre Zahl in Finnland. Sie leben im Respekt vor der Natur, viele immer noch halbnomadisch mit ihren Rentierherden. Original samische Handwerkskunst kündet das Zeichen Sámi Duodji an. Die Stücke sind immer ein wunderbares Souvenir. Authentische samische Kultur finden Sie in den Sami-Dörfern in Nelim und Sevettijärvi in der Nähe des Inari-Sees.

Inari

Mit 17 000 km² und nur rund 7500 Ew. (davon 2200 Samen) ist Inari am Inari-See (Inarijärvi) eine riesige Landgemeinde, der Ort selbst seit 1973 Sitz des Samenparlaments. Hauptort der Gemeinde ist Ivalo, Zentrum mit Verwaltung und Geschäften.

Für die sámi ist der Inari-See eines ihrer bedeutendsten Heiligtümer. So finden sich alte Opferstätten wie Ukonkivi auf einer der Inseln im See. Sie können sich dorthin von Inari aus mit dem Boot übersetzen lassen. Der Inari-See ist mit seinen 1400 km² und 3000 Inseln und Schären der größte See nördlich des Polarkreises und der drittgrößte Finnlands. Am Inari-See findet zum Frühlingsanfang das Rentierkönigsrennen mit Teilnehmern aus ganz Lappland statt, ein beeindruckendes Schauspiel.

Rovaniemi

Für lappländische Verhältnisse geht es in Rovaniemi (35 000 Ew.) lebhaft zu. Wirtschaft, Handel, Tourismus und Verwaltung sind hier konzentriert. Beim Rückzug der deutschen Armee 1944 völlig zerstört, wurde Rovaniemi ab 1946 neu und funktional wieder aufgebaut. Die Grundplanung der Stadt in Form eines Rentiergeweihs stammt von Alvar Aalto, ebenso einige Gebäude wie die Lappia-Halle, Bibliothek und Rathaus. Hauptanziehungspunkt Rovaniemis ist seine Lage am Polarkreis, denn dort wohnt der Weihnachtsmann. Erstbesucher unterziehen sich einer Polartaufe.

Sodankylä

Die 9350-Ew.-Gemeinde am Zusammenfluss von Kitinen und Jeesiöjoki mit der imposanten Größe von 12417 km² entwickelt sich zum »Weltraumdorf« Lapplands mit den Schwerpunkten astronomische Forschung, Geophysik, Radar- und Satellitentechnik. Kontrast bei aller Moderne: Sodankylä besitzt Finnlands zweitälteste Holzkirche (1689).

 

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